FAKTEN UND ZAHLEN ÜBER DIE TODESSTRAFE

Statistik für das Jahr 2015, veröffentlicht am 6.4.2016

HINRICHTUNGEN UND TODESURTEILE 2015

Die Anwendung der Todesstrafe im Jahr 2015 war durch zwei entgegen gesetzte Entwicklungen geprägt. So registrierte Amnesty International bei den Hinrichtungen eine drastische Zunahme um 54 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mindestens 1.634 Menschen wurden weltweit exekutiert. Das sind 573 mehr als noch 2014 und die höchste Zahl an Exekutionen, die Amnesty International in den letzten 25 Jahren dokumentiert hat. Auf der anderen Seite schafften vier Länder die Todesstrafe für alle Straftaten ab. Das ist – bezogen auf das letzte Jahrzehnt – der größte Sprung vorwärts auf dem Weg zu einer Welt ohne Todesstrafe.

Lässt man China unberücksichtigt, zeichneten gerade einmal drei Länder im Jahr 2015 für 89 Prozent aller erfassten Hinrichtungen verantwortlich: Iran (977), Pakistan (320) und Saudi-Arabien (158). Die Zahl der in Iran und Saudi-Arabien dokumentierten Vollstreckungen stieg um 31 beziehungsweise 76 Prozent. Die Hinrichtungszahl für Pakistan ist die höchste je von Amnesty International gemeldete und ist auf das Massaker in der Schule von Peshawar zurückzuführen. In den USA wurden 28 Menschen hingerichtet, das ist die niedrigste Zahl seit 1991.

Obwohl Amnesty International keine Zahlen für China veröffentlicht, wird anhand laufender Beobachtungen des Strafjustizwesens geschätzt, dass China nach wie vor jedes Jahr Tausende Menschen hinrichtet. Es gibt allerdings Hinweise, denen zufolge die Zahlen rückläufig sind, seit das Oberste Volksgericht 2007 damit begonnen hatte, Todesurteile zu überprüfen.

Die Zahl der registrierten Todesurteile ging stark zurück. Waren es 2014 noch 909 Todesurteile, so sprachen Gerichte 2015 noch 443 Todesstrafen aus. Per 31.12.2015 befinden sich mindestens 20.292 Menschen in der Todeszelle.

Wie schon in früheren Jahren wurde mit der Anwendung der Todesstrafe oftmals gegen Völkerrecht und internationale Standards verstoßen. So erhielt Amnesty International Kenntnis davon, dass sowohl Iran als auch Pakistan Menschen hinrichteten, die zum Tatzeitpunkt minderjährig waren. Auch in mehreren anderen Ländern droht jugendlichen Straftäterinnen und Straftätern die Vollstreckung ihrer Todesurteile.

Eine kurze Zusammenfassung:

Somit wenden derzeit insgesamt 140 Staaten die Todesstrafe nicht mehr an, 58 Staaten halten weiterhin an ihr fest.

Genaue Zahlen finden Sie auf der Amnesty Website unter https://www.amnesty.at/de/todesstrafe2015


Statistik für das Jahr 2014, veröffentlicht am 1.4.2015

WAS TUT AMNESTY INTERNATIONAL

FAKTEN UND ZAHLEN ÜBER DIE TODESSTRAFE

DIE WELTWEITE SITUATION

Die neuesten Informationen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zeigen:

Das bedeutet, dass mittlerweile mehr als zwei Drittel aller Staaten weltweit die Todesstrafe per Gesetz oder zumindest in der Praxis abgeschafft haben. Dennoch lebt nur ein Drittel der Weltbevölkerung in Staaten, die nicht hinrichten.

FORTSCHRITTE

Der Trend zur Abschaffung der Todesstrafe ist nicht mehr umzukehren. Jedes Jahr wird der Kreis derjenigen Staaten, die auf die Todesstrafe verzichten, größer.

1899, auf der Schwelle ins 20. Jahrhundert, waren es gerade einmal drei Staaten ohne Todesstrafe: Costa Rica, San Marino und Venezuela. Bis 1948, dem Jahr der Verkündung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, war die Zahl auf acht Länder angewachsen. 1977, als Amnesty ihre Kampagne gegen die Todesstrafe startete, hatten erst 16 Länder sie für alle Verbrechen abgeschafft. In der letzten Dekade haben durchschnittlich mehr als zwei Staaten pro Jahr die Todesstrafe ganz aus ihren Gesetzbüchern gestrichen. Allein seit Beginn der 1990er Jahre haben über 50 Staaten die Todesstrafe für alle Delikte abgeschafft, zuletzt Fidschi in Februar 2015.

Im südlich der Sahara gelegenen Afrika ging 2014 die Zahl der Hinrichtungen gegenüber dem Vorjahr um 28% zurück. Nur von drei Staaten - Äquatorialguinea, Somalia und Sudan - wurde bekannt, dass sie Todesurteile vollstreckt haben. Im Dezember 2014 verabschiedete die Nationalversammlung von Madagaskar ein Gesetz zur Abschaffung der Todesstrafe. Ähnliche Gesetzentwürfe sind in Benin, Sierra Leone und Tschad in der Diskussion.

Auf dem amerikanischen Kontinent waren im Jahr 2014 weiterhin die USA das einzige Land, in dem Todesurteile vollstreckt wurden, aber die Zahl der Exekutionen nahm im Vergleich zu 2013 um 10% ab. Das Parlament von Barbados begann 2014 mit der Beratung einer Gesetzesinitiative zur Abschaffung der zwingend vorgeschriebenen Todesstrafe. Suriname verabschiedete im März 2015 einen Gesetzentwurf, der die Todesstrafe beenden soll.

In der Region Asien & Pazifik ging 2014 die Zahl der Staaten, die Hinrichtungen durchführten, im Vergleich zum Vorjahr von zehn auf neun zurück. Im Februar 2015 strich Fidschi die Todesstrafe für alle Straftatbestände. Ein Gesetzentwurf zur Abschaffung der Todesstrafe ist in der Mongolei weiterhin anhängig. Südkorea und Thailand begannen 2014 damit, die Abschaffung der Todesstrafe im Parlament zu debattieren. Die pazifische Unterregion war 2014 eine todesstrafenfreie Zone.

Die gesamte Region Europa & Zentralasien war 2014 - mit Ausnahme von Belarus - eine hinrichtungsfreie Zone. Kasachstan, Russland und Tadschikistan hielten sich 2014 weiterhin an ihr formelles Moratorium für die Todesstrafe.

Die Zahl der von Amnesty International in der Region Naher Osten & Nordafrika registrierten Hinrichtungen sank 2014 im Vergleich zum Vorjahr um etwa 23%. Die Behörden in Kuwait verhängten zwar weiterhin Todesurteile, führten jedoch anders als 2013 keine Hinrichtungen durch.

WIEDEREINFÜHRUNGEN

Ist die Todesstrafe erst einmal per Gesetz abgeschafft, wird sie nur selten wieder eingeführt. Seit 1990 haben weltweit nur vier Staaten diesen Schritt vollzogen: Gambia, Papua-Neuguinea, Nepal und die Philippinen. Auf den Philippinen kam es ab Februar 1999 zu insgesamt sieben Hinrichtungen, bevor das Land Ende Juni 2006 erneut die Todesstrafe vollständig abschaffte. Auch Nepal verzichtet inzwischen wieder per Gesetz völlig auf die Todesstrafe.

RÜCKSCHRITTE

Amnesty International ist nach wie vor in Sorge, dass in der Mehrzahl der Länder, die Menschen zum Tode verurteilen oder hinrichten, die Todesstrafe nach Prozessen verhängt wird, die nicht den internationalen Rechtsstandards für ein faires Gerichtsverfahren entsprechen. Todesurteile kamen auch 2014 nicht selten unter Heranziehung von "Geständnissen" zustande, die vermutlich unter Folter oder Misshandlung erlangt wurden. Dies gilt insbesondere für Afghanistan, Bahrain, China, Irak, Iran, Nordkorea und Saudi-Arabien.

Viele Staaten, die die Todesstrafe beibehalten haben, verurteilen Menschen zum Tode und führen auch Hinrichtungen für Verbrechen durch, die nicht zu den "schwersten Verbrechen" zählen. Darunter sind vorsätzliche Straftaten mit tödlichem Ausgang zu verstehen, eine Schwelle, die das Völkerrecht für die Verhängung eines Todesurteils setzt. In mehr als 10 Staaten wurde 2014 die Todesstrafe für Drogendelikte angewandt (u. a. Iran). Weitere nicht tödliche Straftatbestände, die im vergangenen Jahr mit der Todesstrafe geahndet wurden, waren u. a. Wirtschaftsverbrechen (China, Nordkorea und Vietnam), bewaffneter Raubüberfall (Demokratische Republik Kongo), Ehebruch (Vereinigte Arabische Emirate), Vergewaltigung (Afghanistan, Indien, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate), Entführung und Folter (Saudi-Arabien), "Beleidigung des Propheten des Islams" (Iran), Blasphemie (Pakistan), "Hexerei" und "Zauberei" (Saudi-Arabien), verschiedene "Verbrechen gegen den Staat" (Katar, Libanon, Nordkorea, Palästina, Saudi-Arabien).

2014 wurden zwingend vorgeschriebene Todesurteile in folgenden sechs Staaten verhängt: Barbados, Iran, Malaysia, Pakistan, Singapur sowie Trinidad und Tobago. Eine Verurteilung in Folge der obligatorischen Todesstrafe ist mit Menschenrechtsprinzipien unvereinbar, da sie die persönlichen Umstände eines Angeklagten oder die speziellen Umstände einer Straftat nicht berücksichtigen.

Unter Missachtung des Völkerrechts wurde 2014 der Anwendungsbereich der Todesstrafe in Ländern wie Kamerun und den Vereinigten Arabischen Emiraten auf Terrordelikte ausgeweitet.

Sieben Staaten - Ägypten, Äquatorialguinea, Belarus, Jordanien, Pakistan, Singapur, Vereinigte Arabische Emirate - nahmen 2014 Hinrichtungen wieder auf und beendeten zum Teil langjährige Stopps.

TODESURTEILE UND HINRICHTUNGEN IM JAHR 2014

Wenngleich noch immer in 99 Staaten die Todesstrafe im Gesetz steht, so ist doch festzustellen, dass nur wenige davon tatsächlich jedes Jahr auch Todesurteile vollstrecken.

Im Jahr 2014 sind mindestens 607 (2013: 778) Gefangene in 22 Staaten exekutiert worden. In dieser Bilanz sind nicht die Exekutionen enthalten, die in der Volksrepublik China durchgeführt wurden. Von China wird angenommen, dass dort im vergangenen Jahr tausende Menschen hinrichtet worden sind, so dass die tatsächliche weltweite Gesamtzahl mit Sicherheit deutlich höher liegt. In China werden Angaben zur Todesstrafe als Staatsgeheimnis behandelt.

Statistik_2014

Wie schon in den Vorjahren gilt auch für 2014, dass die weitaus meisten registrierten Hinrichtungen in nur einigen wenigen Staaten vollzogen worden sind. Insgesamt sind in der Volksrepublik China im Jahr 2014 mutmaßlich mehrere Tausend Menschen hingerichtet worden. In Iran betrug die Zahl der Hinrichtungen mindestens 289 gegenüber mehr als 369 in 2013. Über die in Iran offiziell eingeräumten Exekutionen hinaus, erreichten Amnesty 2014 glaubwürdige Berichte über Hunderte nicht bestätigte Hinrichtungen. In Saudi-Arabien wurden mindestens 90 Todesurteile vollstreckt (2013: >79) und in Irak mindestens 61 (2013: >169). In den USA sank die Zahl der Exekutionen im Vergleich zum Vorjahr leicht von 39 auf 35. In Sudan wurden mindestens 23 Todesurteile vollstreckt (2013: >21) und in Jemen mehr als 22 (2013: >13). Aus Ägypten liegen Berichte vor, wonach mindestens 15 Gefangene hingerichtet wurden (2013: 0). China unberücksichtigt wurden 72% aller bestätigten Hinrichtungen weltweit allein in drei Staaten durchgeführt: Iran, Saudi-Arabien und Irak.

Zum Tode verurteilt wurden im vergangenen Jahr 2.466 Menschen in 55 Ländern (2013 waren es 1.925 in 57 Ländern). Diese Angaben beinhalten allerdings nicht die in der Volksrepublik China gefällten Todesurteile sowie in anderen Staaten nur die Amnesty zur Kenntnis gelangten Fälle. Die tatsächliche weltweite Gesamtzahl liegt daher mit Sicherheit um einiges höher. Zum Stichdatum 31. Dezember 2014 waren weltweit mindestens 19.094 zum Tode Verurteilte in Haft.

HINRICHTUNGSMETHODEN

Im Jahr 2014 sind nach Kenntnis von Amnesty International folgende Hinrichtungsmethoden bei der Vollstreckung der Todesstrafe zur Anwendung gekommen:

TODESURTEILE GEGEN JUGENDLICHE

Internationale Menschenrechtsverträge verbieten es, Menschen zum Tode zu verurteilen, die zur Tatzeit noch nicht das 18. Lebensjahr erreicht hatten. Der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte, die Amerikanische Menschenrechtskonvention und das Übereinkommen über die Rechte des Kindes enthalten alle dahingehende Vorschriften. Mehr als 110 Staaten haben Gesetze erlassen, die ausdrücklich die Hinrichtung minderjähriger Straftäter ausschließen oder es kann davon ausgegangen werden, dass solche Hinrichtungen dort verboten sind, weil die betreffenden Staaten einem oder mehreren der oben genannten Abkommen beigetreten sind.

Seit 1990 sind Amnesty International nur neun Staaten weltweit bekannt geworden, die straffällige Jugendliche hingerichtet haben: China, Iran, Jemen, Nigeria, DR Kongo, Pakistan, Saudi-Arabien, Sudan und die USA. Die USA haben diese Praxis seit dem 1. März 2005 für ungesetzlich erklärt. Seit 1990 sind - soweit bekannt - über 100 zur Tatzeit Minderjährige exekutiert worden, die Hälfte davon in Iran. Im Jahr 2014 richtete Iran mindestens 14 mutmaßlich jugendliche Straftäter hin. Ägypten, Iran und Sri Lanka verurteilten 2014 Minderjährige zum Tode. 2014 hatten ferner die Staaten Jemen, Malediven, Nigeria, Pakistan und Saudi-Arabien zum Tode verurteilte Jugendliche in Haft.

TODESURTEILE GEGEN GEISTIG BEHINDERTE UND PSYCHISCH KRANKE

Das rechtsstaatliche Prinzip, mental behinderte und psychisch kranke Personen weder zum Tode zu verurteilen noch hinzurichten, wird inzwischen in den allermeisten Staaten dieser Erde akzeptiert. Die vom Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen verabschiedeten Garantien zum Schutz von Personen, denen die Todesstrafe droht, bestimmen, dass Todesurteile nicht gegen Personen verhängt werden dürfen, die geistig behindert oder geisteskrank sind.

Amnesty International hat seit 1995 von Hinrichtungen geistig behinderter oder psychisch kranker Menschen in sechs Staaten erfahren: Iran, Japan, Jemen, Kirgisistan, Usbekistan und den USA. In anderen Ländern sind Hinrichtungen von Personen, die an geistigen Störungen leiden, zwar durch nationale Gesetze verboten, werden aber dennoch in Einzelfällen ausgeführt. Es gibt starke Hinweise darauf, dass in Todesstrafenprozessen der Darstellung, eine geistige Behinderung oder Erkrankung liege vor, nicht nachgegangen wurde oder dass medizinische Untersuchungen fehlerbehaftet waren. 2014 waren geistig behinderte oder zurückgebliebene Menschen zum Tode verurteilt, unter anderem in Indonesien, Japan, Malaysia, Pakistan, Trinidad und Tobago und den USA.

HINRICHTUNG VON UNSCHULDIGEN

Solange an der Todesstrafe festgehalten wird, kann das Risiko, dass Unschuldige hingerichtet werden, in keinem Rechtssystem der Welt ausgeschlossen werden. So mussten seit 1973 in den USA 150 Menschen wegen erwiesener Unschuld oder erheblicher Zweifel an ihrer Schuld aus den Todestrakten entlassen werden. Davon sind 68 Fälle allein seit Anfang 2000 aufgedeckt worden. Einige Gefangene standen nach jahrelanger Haft kurz vor ihrer Hinrichtung. Nicht wenige dieser Fehlurteile gehen auf eine unzureichende Verteidigung und Verfehlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft zurück. Weitere Ursachen liegen darin begründet, dass in den Verfahren unglaubwürdige Hauptbelastungszeugen, Beweismittel und Geständnisse zugelassen wurden.

Das Problem, möglicherweise oder tatsächlich Unschuldige hinzurichten, beschränkt sich nicht auf die USA allein. Im Jahr 2006 entließen Tansania und Jamaika jeweils einen Gefangenen aus der Todeszelle. Zu Unrecht verhängte Todesurteile sind zum Beispiel in jüngerer Zeit auch aus Australien, China, Großbritannien, Japan, Kanada, Pakistan, Südkorea, Taiwan und Uganda bekannt geworden.

INTERNATIONALE ABKOMMEN

Eine der wichtigsten Entwicklungen der letzten Jahre war die Annahme internationaler Abkommen zur Abschaffung der Todesstrafe. Für die Vertragsstaaten errichten sie eine völkerrechtliche Barriere gegen die Wiedereinführung der Todesstrafe. Es existieren momentan vier solcher Vertragswerke:

Das Protokoll Nr. 6 zur EMRK ist ein Vertrag, der auf die Abschaffung der Todesstrafe in Friedenszeiten abzielt. Die drei anderen genannten Protokolle sehen dagegen ein völliges Verbot der Todesstrafe vor. Das Zweite Fakultativprotokoll zum IPBPR und das Protokoll zur Amerikanischen Menschenrechtskonvention lassen als Ausnahme die Todesstrafe in Kriegszeiten zu, wenn Staaten einen entsprechenden Vorbehalt geltend machen.

DIE TODESSTRAFE IN DEN USA

Die USA sind derzeit das einzige Land auf dem amerikanischen Kontinent, das Hinrichtungen durchführt.

Die Zahl der Exekutionen in den USA ist im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen, es waren etwa 10% weniger als die 39 Hinrichtungen des Jahres 2013. 2014 fanden 35 Exekutionen in sieben Bundesstaaten statt, davon entfielen 65% auf die Südstaaten. Die mit Abstand meisten Todesurteile vollstreckte der Bundesstaat Texas (10). Die Gesamtzahl der Hinrichtungen hat sich seit Wiederzulassung der Todesstrafe im Jahr 1976 bis Ende 2014 auf 1.394 (darunter 15 Frauen) erhöht.

Am 1. Oktober 2014 gab es landesweit 3.035 zum Tode Verurteilte. Die meisten Häftlinge warten in den Todeszellen der Bundesstaaten Kalifornien, Florida, Texas und Pennsylvania auf ihre Hinrichtung. Die Zahl der jährlich neu gefällten Todesurteile in den USA ist ebenfalls rückläufig. 2014 wurden insgesamt 72 (2013: 80) Todesurteile ausgesprochen. Mitte der 1990er-Jahre hatte die Zahl der jährlich verhängten Todesurteile noch bei mehr als 300 gelegen.

32 der 50 Bundesstaaten sehen die Todesstrafe derzeit in ihren Gesetzen vor. Darüber hinaus kann die Todesstrafe im ganzen Land nach Bundes- und Militärrecht verhängt werden. Von den 32 Bundesstaaten mit Todesstrafe haben 30 seit 1977 zum Tode Verurteilte exekutiert. Alle Bundesstaaten, die die Todesstrafe erlauben, haben gegenwärtig Gefangene in ihren Todestrakten.

Mehrere Bundesstaaten haben in den letzten Jahren die Todesstrafe aus ihren Strafgesetzen gestrichen oder ihren Vollzug ausgesetzt. Ende Juni 2004 erklärte der Supreme Court des Bundesstaats New York die Todesstrafe für verfassungswidrig. Der Gesetzgeber dieses Staats lehnte es im April 2005 ab, die Todesstrafe wieder einzusetzen. Die Todesstrafe wurde abgeschafft in den Bundesstaaten New Jersey (Dezember 2007), New Mexico (März 2009), Illinois (März 2011), Connecticut (April 2012) und Maryland (Mai 2013). Die Bundesstaaten Oregon (November 2011), Washington (Februar 2014) und Pennsylvania (Februar 2015) haben bis auf weiteres alle Hinrichtungen suspendiert.

In Nebraska scheiterte Ende März 2008 ein Vorstoß zur Abschaffung der Todesstrafe. Auch der Gesetzgeber des Bundesstaats Colorado konnte sich Anfang Mai 2009 nicht auf ein Ende der Todesstrafe verständigen. Im November 2012 führte der Bundesstaat Kalifornien ein Referendum über die Todesstrafe durch. Eine knappe Mehrheit der Stimmberechtigten sprach sich dort für die Beibehaltung der Todesstrafe aus.

Aufgrund eines Mangels an Inhaltsstoffen, die für die Giftspritze benötigt werden, mussten auch im Jahr 2014 Bundesstaaten Hinrichtungen zeitweise aussetzen bzw. verschieben. Ursache dafür sind Lieferengpässe und Ausfuhrbeschränkungen bei den zu Tötungszwecken verwendeten Medikamenten. Justizvollzugsbehörden etlicher Bundesstaaten sahen sich gezwungen, die Zusammensetzung der Giftspritze zu ändern und auf andere Wirkstoffe umzustellen, was zu Rechtsstreits führte. Alle 32 Bundesstaaten, die an der Todesstrafe festhalten, sehen als primäre Tötungsmethode die letale Injektion vor.


Statistik für das Jahr 2013 veröffentlicht am 27.3.2014

98 Staaten haben die Todesstrafe vollständig abgeschafft.
7 Staaten sehen die Todesstrafe nur noch für außergewöhnliche Straftaten wie etwa Kriegsverbrechen oder Vergehen nach Militärrecht vor.
35 Staaten haben die Todesstrafe in der Praxis, aber nicht im Gesetz abgeschafft.
Somit wenden momentan insgesamt 140 Staaten die Todesstrafe nicht mehr an.
58 Staaten halten weiterhin an der Todesstrafe fest.

Das bedeutet, dass mittlerweile mehr als zwei Drittel aller Staaten weltweit die Todesstrafe per Gesetz oder zumindest in der Praxis abgeschafft haben. Dennoch lebt nur ein Drittel der Weltbevölkerung in Staaten, die nicht hinrichten

HINRICHTUNGEN 2013

In 22 Staaten wurden mindestens 778 Gefangene exekutiert. Nicht enthalten ist die exakte Anzahl aus der Volksrepublik China, wo wahrscheinlich Tausende von Hinrichtungen vollzogen wurden. Die tatsächliche weltweite Gesamtzahl liegt daher mit Sicherheit deutlich höher.

CHINA +
IRAN > 369
IRAK > 169
SAUDI-ARABIEN > 79
USA 39
SOMALIA > 34
SUDAN > 21
JEMEN > 13
JAPAN 8
VIETNAM > 7
TAIWAN 6
INDONESIEN 5
KUWAIT 5
SÜDSUDAN > 4
NIGERIA 4
PALÄSTINENSISCHE GEBIETE > 3
MALAYSIA > 2
AFGHANISTAN 2
BANGLADESCH 2
BOTSUANA 1
INDIEN 1
NORDKOREA +

In 57 Staaten wurden mindestens 1.925 Menschen zum Tode verurteilt.

HINRICHTUNGSMETHODEN, DIE 2013 ANGEWENDET WURDEN

DIE TODESSTRAFE 2013 NACH REGIONEN

AFRIKA SÜDLICH DER SAHARA

Im südlich der Sahara gelegenen Afrika fanden mindestens 64 Hinrichtungen in fünf Staaten statt. Dort wurden mindestens 423 neue Todesurteile in 19 (von 49) Staaten dieser Region gefällt.

Die Entwicklungen in Subsahara-Afrika ergeben ein gemischtes Bild. Einerseits fanden Hinrichtungen lediglich in einer kleinen Minderheit von Staaten statt und Todesurteile wurden aus weniger als der Hälfte der Länder dieser Region gemeldet. Andererseits nahm Nigeria erstmals seit 2006 wieder Hinrichtungen auf. Vier Männer wurden im südlichen Bundesstaat Edo im Juni 2013 gehängt.

Die Zahl der bekannt gewordenen Hinrichtungen in Somalia stieg von mindestens sechs im Jahr 2012 auf mindestens 34 im Jahr 2013, von denen 19 in der halbautonomen Region Puntland durchgeführt wurden.

Insgesamt entfielen auf die drei Staaten Nigeria, Somalia und Sudan mehr als 90 Prozent aller Hinrichtungen der Region Subsahara sowie zwei Drittel aller gemeldeten Todesurteile.

AMERIKA

Der amerikanische Kontinent umfasst insgesamt 39 Staaten. Wie in jedem Jahr des letzten Jahrzehnts - mit einer Ausnahme - waren die USA das einzige Land der Region Amerika, in dem 2013 Hinrichtungen stattgefunden haben. Ein leichter Rückgang bei der Anwendung der Todesstrafe war 2013 gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Im Mai 2013 schaffte Maryland als 18. US-Bundesstaat die Todesstrafe ab.

Im karibischen Raum meldeten drei weitere Staaten - Grenada, Guatemala und Saint Lucia - zum ersten Mal, seitdem Amnesty International über die Todesstrafe berichtet, leere Todestrakte.

In den USA ging die Zahl der Exekutionen erneut zurück, und zwar um etwa 10 Prozent. 2013 fanden 39 Exekutionen (2012: 43) in neun Bundesstaaten statt, davon entfielen 82 Prozent auf die Südstaaten. Allein in Texas wurden 41 Prozent aller Hinrichtungen in den USA durchgeführt, eine Steigerung gegenüber den 34 Prozent im Jahr 2012.

Die Zahl der Bundesstaaten, die Hinrichtungen durchführten, blieb im Vergleich zum Vorjahr unverändert, aber vier Bundesstaaten, die 2012 keine Exekutionen vorgenommen hatten, nahmen wieder Hinrichtungen auf (Alabama, Georgia, Missouri und Virginia).

So wurden die über 1.300 Personen, die seit 1976 in den USA hingerichtet wurden, in lediglich 15 Prozent der Landkreise der USA zum Tode verurteilt.

ASIEN UND DIE PAZIFISCHE REGION

Abgesehen von China und trotz der Wiederaufnahme von Hinrichtungen in Indonesien und Vietnam, bedeuten 37 Hinrichtungen im Jahr 2013 eine weniger als 2012. Indonesien beendete einen vierjährigen Hinrichtungsstopp. Fünf Männer wurden im Laufe des Jahres exekutiert, darunter zwei wegen Drogenhandels.

Ein EU-Exportverbot für Medikamente zur Verwendung als Giftspritze führte dazu, dass Vietnam seit 2012 keine Exekutionen mehr durchführen konnte. Das Land setzte 2013 seine Hinrichtungen jedoch nach 18 Monaten Unterbrechung fort und ließ mindestens sieben Menschen durch Erschießungskommandos exekutieren.

Ein neuer Trend zur Geheimhaltung umgab die Todesstrafe 2013 auch in Indien und Indonesien, wo weder die Öffentlichkeit noch die Angehörigen und Anwälte der Gefangenen von bevorstehenden Hinrichtungen informiert wurden. Die Regierungen ignorierten auf diese Weise internationale Rechtsnormen, die verlangen, dass die geplante Vollstreckung eines Todesurteils im Voraus mitgeteilt werden muss.

EUROPA UND ZENTRALASIEN

Weißrussland (Belarus) ist weiterhin das einzige Land in Europa und Zentralasien, das die Todesstrafe noch anwendet. Zum ersten Mal seit 2009 jedoch wurden 2013 von keinen Hinrichtungen berichtet.

Vier neue Todesurteile wurden nach offensichtlich unfairen Verfahren ausgesprochen. Im Jahr 2012 waren in Belarus keine Todesurteile gefällt worden.

NAHER OSTEN UND NORDAFRIKA

Mindestens 638 Menschen wurden in sechs (von insgesamt 19) Staaten dieser Region hingerichtet. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Anstieg um rund 15 Prozent. Mindestens 373 neue Todesurteile wurden in 15 Staaten gefällt - ein beträchtlicher Rückgang, hatte Amnesty International 2012 noch mindestens 505 und 2011 mindestens 750 Todesurteile registriert.

Im dritten Jahr in Folge, war ein starker Anstieg der Hinrichtungen in Irak festzustellen. An mindestens 169 Menschen wurde die Todesstrafe vollstreckt, ein Anstieg von mehr als 30 Prozent zu 2012. Die große Mehrheit war aufgrund vager Anti-Terror-Gesetze zum Tode verurteilt worden.

Irans beunruhigend hohes Niveau an Hinrichtungen stieg gegenüber dem Vorjahr noch weiter. Die Behörden und staatlich kontrollierten Medien bestätigten mindestens 369 Hinrichtungen, ein Anstieg von fast 20 Prozent zu 2012. Glaubwürdige Informationen deuten jedoch daraufhin, dass Hunderte weitere Exekutionen stattfanden, die nicht offiziell gemeldet wurden. Die Gesamtzahl der Hinrichtungen könnte somit bei über 700 liegen.

Saudi-Arabiens Hinrichtungsbilanz lag auf dem gleichen hohen Niveau wie in den beiden vorangegangenen Jahren (mindestens 79 in 2013). Zum ersten Mal seit 2009 wurden erneut drei Personen für Verbrechen exekutiert, die sie angeblich als unter 18-Jährige begangen hatten.

Allein auf die Staaten Irak, Iran und Saudi-Arabien entfielen mehr als 95 Prozent aller Hinrichtungen, die 2013 in der Region Naher Osten und Nordafrika bestätigt wurden. In Kuwait wurden fünf Männer gehängt, die ersten Hinrichtungen seit 2007. Keiner der Delinquenten hatte die kuwaitische Staatsangehörigkeit.

DER WELTWEITE TREND ZUR ABSCHAFFUNG IM JAHR 2013

Weitere Infos:

www.amnesty.at
www.amnesty.org/deathpenalty - englisch

Statistik für das Jahr 2012, veröffentlicht am 10.4.2013

Die von Amnesty International im Jahr 2012 dokumentierte Entwicklung zeigt, dass sich trotz einiger Rückschläge der globale Trend zur Abschaffung der Todesstrafe fortgesetzt hat. Amnesty International hat mindestens 682 Hinrichtungen in 21 Ländern registriert. Die Zahl lag damit auf dem gleichen Niveau wie 2011, als es 680 Exekutionen in ebenfalls 21 Staaten gab. In den aktuellen Zahlen nicht inbegriffen sind mehrere Tausend Exekutionen, die in China stattgefunden haben, wo mehr Menschen hingerichtet werden als im Rest der Welt zusammengenommen. Drei Viertel aller bestätigten Hinrichtungen weltweit wurden allein in drei Staaten durchgeführt:
Iran, Irak und Saudi-Arabien.
Fünf Staaten - Botsuana, Gambia, Indien, Japan und Pakistan - nahmen 2012 Hinrichtungen wieder auf.

Von mindestens 1.722 Personen in 58 Staaten wurde bekannt, dass sie 2012 zum Tode verurteilt wurden (2011 mindestens 1.923 in 63 Ländern). Ende 2012 gab es weltweit mindestens 23.386 zum Tode verurteilte Personen.

REGIONALER ÜBERBLICK

ASIEN UND DIE PAZIFISCHE REGION

Rückschritte in Südasien, wie die Wiederaufnahme von Hinrichtungen in einigen Ländern, waren ein Kontrapunkt zum insgesamt zu beobachtenden Trend zur Abschaffung der Todesstrafe in dieser Region. In Vietnam wurden im letzten Jahr keine Todesurteile vollstreckt und Singapur hielt ein Hinrichtungsmoratorium ein, während sein Parlament über Änderungen der Todesstrafengesetze beriet.

AMERIKAS

Die USA waren zwar das einzige Land auf dem amerikanischen Kontinent, das Hinrichtungen vollzogen hat, allerdings haben 2012 lediglich neun US-Bundesstaaten Exekutionen durchgeführt - 2011 waren es noch 13. Im April 2012 schaffte mit Connecticut der 17. US-Bundesstaat die Todesstrafe ab. In den restlichen Ländern des amerikanischen Kontinents wurden nur 12 neue Todesurteile verhängt

EUROPA

Am 1. Januar 2012 trat in Lettland ein Gesetz zur Streichung der Todesstrafe für die letzten noch verbliebenen Straftatbestände in Kraft, wodurch das Land zum 97. Staat der Erde wurde, der die Todesstrafe vollständig abgeschafft hat.

NAHER OSTEN UND NORDAFRIKA

Sieben der 21 Mitgliedsstaaten der Liga der arabischen Staaten vollstreckten 2012 Todesurteile: Irak, Jemen, Palästinensische Gebiete, Saudi-Arabien, Somalia, Sudan und die Vereinigten Arabischen Emirate. Berichten zufolge wurden auch in Syrien Exekutionen durchgeführt, doch aufgrund der andauernden Krise im Land konnten sie nicht überprüft werden. Auch aus Iran haben Amnesty International glaubwürdige Berichte über nicht bestätigte Hinrichtungen erreicht, die die Zahl der offiziell eingeräumten Exekutionen um fast drei Viertel übertreffen würde.

HINRICHTUNGEN 2012

China (+), Iran (> 314), Irak (> 129), Saudi- Arabien (> 79), USA (43), Jemen (> 28), Sudan (> 19), Afghanistan (14), Gambia (9), Japan (7), Nordkorea (> 6) Somalia (> 6), Palästinensische Gebiete (6), Taiwan (6), Südsudan (> 5), Belarus (> 3), Botsuana (2), Bangladesch (1), Indien (1), Pakistan (1), Vereinigte Arabische Emirate (1).

TODESURTEILE 2012

China (+), Pakistan (242), Sudan (> 199), Algerien (> 153), Thailand (> 106), Ägypten (> 91), Vietnam (> 86), Irak (> 81), Iran (> 79), Indien (> 78), USA (77), Somalia (76), Malaysia (> 60), Nigeria (56), Bangladesch (> 45), Ghana (27), Kenia (> 21), Vereinigte Arabische Emirate (> 21), Myanmar (> 17), Jordanien (> 16), Indonesien (> 12), Demokratische Republik Kongo (> 11), Simbabwe (> 11), Mali (> 10), Saudi-Arabien (> 10), Kuwait (> 9), Libanon (> 9), Tunesien (9), Marokko/ Westsahara (> 7), Sri Lanka (> 7), Jemen (> 7), Sambia (> 7), Taiwan (7), Mauretanien (> 6), Palästinensische Gebiete (> 6), Gambia (> 5), Libyen (> 5), Trinidad und Tobago (> 5), Botsuana (5), Guyana (5), Liberia (> 4), Japan (3), Tansania (3), Guinea (> 2), Malediven (> 2), Singapur (> 2), Barbados (2), Tschad (2), Südkorea (2), Katar (> 1), Bahrain (1), Äquatorialguinea (1), Swasiland (1), Afghanistan (+), Laos (+), Mongolei (+), Nordkorea (+), Südsudan (+)

HINRICHTUNGSMETHODEN

Staaten ohne Todesstrafe

- abgeschafft für alle Straftaten 97
- abgeschafft in Friedenszeiten 8
- keine Anwendung in der Praxis 35
- Staaten mit Todesstrafe 58

Auszug aus dem Bericht von Amnesty International Death sentences and executions in 2012 vom April 2013. Übersetzung aus dem Englischen durch Amnesty International, Sektion der Bundesrepublik Deutschland Verbindlich ist der englische Original-Bericht Death sentences and executions in 2012, Index ACT 50/001/2013, April 2013. Er steht im Internet unter www.amnesty.org/deathpenalty zum Download bereit.


Statistik für das Jahr 2011, veröffentlicht am 27.3.2012

Im Jahr 2011 wurde nur mehr in 20 von 198 Ländern hingerichtet. 2002 geschah dies noch in 31 Staaten, also ist das ein Rückgang von mehr als ein Drittel.
Begnadigungen oder Umwandlungen von Todesurteilen wurden 2011 in 33 Ländern gegenüber 19 im Jahre 2010 registriert.

Die Bestrafung mit einem Todesurteil erfolgte im Iran wegen Ehebruch, homosexuellem Geschlechtsverkehr und Abfall vom Glauben, in Pakistan wegen Gotteslästerung, wegen "Hexerei" in Saudi Arabien, wegen Handel mit menschlichen Gebeinen in der Republik Kongo und wegen Drogendelikten in mehr als zehn Ländern.

Mindest drei Jugendliche - sie waren zum Zeitpunkt der Tat noch nicht 18 Jahre alt - wurden im Iran entgegen den internationalen Gesetzen hingerichtet.

Die meisten jener Länder, die Todesurteile durchführten, hielten sich nicht nach den internationalen Standards für einen fairen Prozess. In einigen Ländern bedeutet dies, "Geständnisse" durch Folter oder andere Nötigungen zu erpressen. Das trifft vor allem für Belarus, China, Iran, Irak, Nordkorea und Saudi-Arabien zu.

In Belarus, Japan und Vietnam werden Gefangene erst unmittelbar vor ihrer Hinrichtung davon in Kenntnis gesetzt, Familienangehörige und Verteidiger werden nicht informiert.

Öffentliche Hinrichtungen wurden 2011 aus Iran, Nordkorea, Saudi-Arabien und Somalia bekannt.

Ausländische Nationen werden unverhältnismäßig häufig mit einem Todesurteil bestraft, dies geschieht vor allem in China, Malaysien, Saudi-Arabien, Singapur und Thailand.

Staaten ohne Todesstrafe:


- abgeschafft für alle Straftaten 97
- abgeschafft in Friedenszeiten 8
- keine Anwendung in der Praxis 36
- insgesamt 141
- Staaten mit Todesstrafe 57

REGIONALER ÜBERBLICK

AFRIKA

Somalia, Süd-Sudan und Sudan führten Exekutionen durch. Sierra Leone erklärte und Nigeria bestätigte einen offiziellen Hinrichtungsstopp. Das Parlament von Benin brachte die Abschaffung der Todesstrafe durch Ratifikation des Zweiten Fakultativprotokolls zum UN-Zivilpakt auf den Weg.

AMERIKAS

Auf dem amerikanischen Kontinent waren die USA der einzige Staat, der Hinrichtungen durchführte. Die Anzahl fiel auf 43 herunter, verglichen mit 46 im Jahr 2010 und 71 Exekutionen im Jahr 2002. Es wurden 78 neue Todesurteile in den USA gefällt. Diese Zahl zeigt einen deutlichen Rückgang gegenüber dem Durchschnitt von 280 Todesurteilen in den 1980er und 1990er Jahren. 140 zum Tode verurteilte Personen wurden seit 1973 in den USA freigesprochen. Illinois schaffte als 16. US-Bundesstaat die Todesstrafe ab. Der Bundesstaat Oregon verkündete einen Hinrichtungsstopp.

Abgesehen von mindestens sechs neuen Todesurteilen (Guyana, Saint Lucia sowie Trinidad und Tobago) waren die Karibik und Südamerika im Jahr 2011 eine todesstrafenfreie Zone.

ASIEN und die PAZIFISCHE REGION

Mit der Ausnahme von fünf neuen Todesurteilen in Papua-Neuguinea verblieb die pazifische Region eine todesstrafenfreie Zone. In Japan wurden zum ersten Mal seit 19 Jahren keine Hinrichtungen verzeichnet. 2011 war das erste hinrichtungsfreie Jahr in Singapur. Die Mongolei brachte legislative Schritte zur Abschaffung der Todesstrafe ein, die im Frühjahr 2012 wirksam werden könnten.

EUROPA

Belarus war der einzige Staat in Europa und auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion, in dem Hinrichtungen stattfanden. Lettland unternahm alle einschlägigen Schritte für ein Ende der Todesstrafe und wurde am 1. Jänner 2012 das 97. Land der Erde, das die Todesstrafe vollständig abgeschafft hat.

NAHER OSTEN UND NORDAFRIKA

Vier Länder - Irak, Iran, Jemen und Saudi Arabien - zeichnen verantwortlich für 99 Prozent aller nachgewiesenen Hinrichtungen im Nahen Osten und Nordafrika.

Aus dem Iran erhielt Amnesty International glaubhafte Berichte über eine hohe Anzahl unbestätigter oder sogar geheimer Exekutionen, durch die sich die Zahl der Hinrichtungen fast verdoppeln würde.

HINRICHTUNGSMETHODEN, die 2011 angewandt wurden

Tabellen und Karten über Todesurteile und Hinrichtungen, über Länder mit und ohne Todesstrafe per 2011 sowie Hintergrundinformationen finden Sie unter http://www.amnesty.at/presseaussendung


Statistik für das Jahr 2010 veröffentlicht am 24.3.2011

Ein Überblick zeigt, dass während Mitte der 1990er Jahre in jedem der Berichtsjahre Exekutionen in durchschnittlich 40 Ländern stattfanden, im Jahr 2010 sind jedoch Urteilsvollstreckungen aus nur 23 Ländern bekannt. Die Zahl der Länder, in denen die Todesstrafe per Gesetz oder in der Praxis abgeschafft wurde, stieg während des vergangenen Jahrzehnts beträchtlich an, und zwar von 108 im Jahr 2001 auf zuletzt 139. Und hier das Ergebnis für 2010:

Staaten ohne Todesstrafe

- abgeschafft für alle Straftaten 96
- abgeschafft in Friedenszeiten 9
- keine Anwendung in der Praxis 34
- insgesamt 139
- Staaten mit Todesstrafe 58

Wenigstens 2024 neue Todesurteile wurden 2010 in 67 Ländern verhängt; dies ist der niedrigste Wert, der anhand der Recherchen als gesichert gelten kann. Weltweit gab es Ende 2010 wenigsten 17.833 zum Tode Verurteilte.

Hinrichtungen 2010

In folgenden Ländern: Ägypten 4, Äquatorialguinea 4, Bahrain 1, Bangladesch >9, Belarus 2, Botsuana 1, China (Tausende), Irak >1, Iran >252, Japan 2, Jemen >53, Libyen >18, Malaysia >1, Nordkorea >60, Palästinensische Autonomiegebiete 5, Saudi-Arabien >27, Singapur +, Somalia >8, Sudan >6, Syrien >17, Taiwan 4, USA 46, Vietnam +.

Folgende Hinrichtungsmethoden wurden im vergangenen Jahr angewendet:
Enthaupten (Saudi-Arabien), Elektrischer Stuhl (USA), Erhängen (Ägypten, Bangladesch, Botsuana, Irak, Iran, Japan, Malaysia, Nordkorea, Singapur, Sudan, Syrien), Giftinjektion (China, USA), Erschießen (Äquatorialguinea, Bahrain, Belarus, China, Jemen, Nordkorea, Palästinensische Autonomiegebiete, Somalia, Taiwan, USA, Vietnam). Es gab keine Berichte über Urteilsvollstreckungen durch Steinigung, jedoch sollen der Iran, der nigerianische Bundesstaat Bauchi sowie Pakistan neue Urteile verhängt haben. Mindestens zehn Frauen und vier Männern drohte Ende 2010 in Iran der Vollzug der Todesstrafe durch Steinigung.

REGIONALER ÜBERBLICK

Amerikanischer Kontinent

Die USA als das einzige Land hier, das Gefangene hinrichtet, fällte 110 Todesurteile. Das entspricht etwa einem Drittel der Hinrichtungen Mitte der 1990er Jahre. Im März 2011 wurde Illinois zum 16. US-Staat ohne Todesstrafe.

Asien-Pazifik

Von China, Malaysia, Nordkorea, Singapur und Vietnam stehen keine vollständigen Angaben zur Verfügung, obwohl in diesen Ländern Hinrichtungen durchgeführt wurden. Den zur Verfügung stehenden Informationen nach vollstreckten fünf andere Staaten mindestens 82 Todesurteile. Im Jänner 2010 setzte der Präsident der Mongolei die Todesstrafe aus.

Europa und Zentralasien

Im März 2010 exekutierte Belarus zwei Gefangene, drei weitere Menschen wurden zum Tod verurteilt.

Nahost und Nordafrika

Hier wurden im Jahr 2010 insgesamt weniger Todesurteile und Exekutionen verzeichnet. Wurde die Todesstrafe aber angewandt, so geschah dies oft nach unfairen Prozessen und für Delikte wie Drogenhandel oder Ehebruch. Die iranischen Behörden bestätigten die Hinrichtung von 252 Gefangenen, darunter fünf Frauen und ein zur Tatzeit Jugendlicher. Glaubwürdigen Quellen zufolge fanden jedoch mindestens 300 weitere Exekutionen statt, die meisten wegen angeblicher Drogendelikte. 14 Gefangene wurden öffentlich hingerichtet.

Südliches Afrika

Im Februar 2010 schaffte Gabun die Todesstrafe endgültig ab. Damit sind heute insgesamt 16 Länder der Afrikanischen Union ohne Todesstrafe. Nur vier Länder haben Todesurteile vollstreckt: Botswana, Äquatorialguinea, Somalia und der Sudan.

Listen und Karten über Hinrichtungen und Todesurteile, Länder spezifisch aufgeschlüsselt sowie ein Hintergrundbriefing finden sie auf
http://www.amnesty.at/index.php?id=1014


Statistik für das Jahr 2009 - veröffentlicht April 2010

In 18 Staaten wurden mindestens 714 Menschen hingerichtet (diese Zahl beinhaltet nicht die tausenden Hinrichtungen, die in China stattfanden)
In 56 Staaten wurden mindestens 2001 Menschen zum Tode verurteilt.
Mehr als zwei Drittel aller Länder haben die Todesstrafe per Gesetz oder in der Praxis abgeschafft. Die Zahlen sind wie folgt:

- abgeschafft für alle Straftaten 95
- abgeschafft in Friedenszeiten 9
- keine Anwendung in der Praxis 35
- halten an der Todesstrafe fest 58

Obwohl 58 Staaten noch an der Todesstrafe festhalten, sind es gerade nur 18 Staaten, die sie auch tatsächlich praktizieren; das sind weniger Länder als je zuvor. An China, der am häufigsten hinrichtenden Nation, reihen sich der Iran mit mind. 388 Exekutionen, der Irak mit mind. 120, Saudi Arabien mit mind. 69 und die USA mit 52.

Laut Amnesty Bericht waren die Todesurteile des Jahres 2009 stark geprägt von der politischen Absicht, Gegner zum Schweigen zu bringen und das politische Tagesgeschehen in China, im Iran und Sudan zu unterstützen. Allein 112 Exekutionen wurden im Iran zwischen der Präsidentschaftswahl am 12. Juni und dem Amtsantritt von Mahmoud Ahmadinejad am 5. August ausgetragen.

Aus dem Bericht geht weiters hervor, dass Todesurteile oft in sehr diskriminierender Weise - nach unfairen Prozessen, gegen Arme sowie gegen ethnische und religiöse Minderheiten - ausgesprochen wurden.

Zusammenfassung der einzelnen Regionen:

Asien: 26 Hinrichtungen fanden in folgenden Ländern statt - Bangladesh, Japan, Nordkorea, Malaysia, Singapur, Thailand und Vietnam. Afghanistan, Indonesien, Mongolei und Pakistan exekutierten nicht; es war in diesen Ländern das erste hinrichtungsfreie Jahr seit langer Zeit.

Mittlerer Osten und Nordafrika: mindestens 624 Hinrichtungen wurden in sieben Staaten durchgeführt: Ägypten, Iran, Irak, Libyen, Saudi-Arabien, Syrien und Jemen. In Saudi-Arabien und dem Iran wurden sieben Menschen, die zum Zeitpunkt der Tat unter 18 Jahre alt waren, exekutiert. Algerien, Libanon, Marokko, West Sahara und Tunesien behielten das langjährige Moratorium bei.

Europa: Exekutionen gab es keine; der ehemalige Sowjetstaat Belarus ist der letzte in Europa, der noch die Todesstrafe durchführt. 2008 wurden 4 Menschen exekutiert.

Afrika: Botswana und Sudan waren die einzigen Staaten, die Hinrichtungen durchführten. Die größte Umwandlung von Todesurteilen, die Amnesty jemals bekannt wurde, geschah in Kenia. Die Regierung kündigte an, mehr als 4.000 Todesurteile in Gefängnisstrafen umzuwandeln.

Kontinent Amerika: hier sind die USA die einzige Nation, die Exekutionen austrägt. Weiterführende Informationen: http://www.amnesty.org/en/library/info ACT50/001/2010/en


Statistik für das Jahr 2008 - veröffentlicht März 2009

Auch im Jahr 2008 rücken wir einer Welt ohne Todesstrafe etwas näher.

Bei der UN Generalversammlung im Dezember 2008 stimmte eine große Mehrheit der Staaten der zweiten Resolution für ein Moratorium mit Blick auf die vollkommene Abschaffung der Todesstrafe zu. Die Annahme dieser Resolution festigt den stetigen Fortschritt in diese Richtung von drei Jahrzehnten. Sie ist weiters ein wichtiges Werkzeug, um jene Länder, die noch an der Todesstrafe festhalten, anzuspornen, die Anwendung dieser schwersten aller Strafen zu überdenken und letzten Endes zu deren Abschaffung zu gelangen.

Europa und Zentralasien sind im Grunde genommen ohne Todesstrafe, nachdem auch Usbekistan mit 01.01.2008 die Todesstrafe für alle Straftaten abgeschafft hat. Ein einziges Land fehlt noch und das ist Belarus.

Auf dem amerikanischen Kontinent ist es nur ein Staat - die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) - die weiterhin exekutieren. Aber selbst die USA bewegten sich im Jahr 2008 etwas weg von der Todesstrafe. Seit 1995 gab es die niedrigste Anzahl an Hinrichtungen.

Mehr als zwei Drittel aller Staaten weltweit haben die Todesstrafe per Gesetz oder in der Praxis abgeschafft. Darüber hinaus konnte Amnesty International registrieren, dass nur in 25 der 59 Staaten, die die Todesstrafe beibehalten haben, auch tatsächlich Hinrichtungen durchgeführt wurden. Dies zeigt eine zunehmende Übereinstimmung auf internationaler Ebene und bestätigt gleichzeitig, dass die Todesstrafe mit den Menschenrechten nicht in Einklang gebracht werden kann.

Den positiven Entwicklungen stehen jedoch eine Anzahl hartnäckiger Herausforderungen gegenüber. Staaten in Asien führten 2008 mehr Exekutionen durch als der Rest der übrigen Welt. Das Gebiet mit der zweithöchsten Anzahl nachgewiesener Hinrichtungen war der Mittlere Osten.

So weit bekannt ist, wurden 2008 mindest 2.390 Menschen in 25 Ländern hingerichtet und mindest 8.864 Menschen in 52 Ländern zum Tode verurteilt.

Die häufigsten Hinrichtungsarten waren Enthaupten (Saudi Arabien), Elektrischer Stuhl (USA), Hängen (Bangladesch, Botswana, Ägypten, Iran, Irak, Japan, Malaysia, Pakistan, St. Kitts & Nevis), Giftspritze (China, USA), Erschießen (Afghanistan, Belarus, China, Indonesien, Iran, Mongolei, Vietnam), Steinigen (Iran)

Dem Trend des vergangenen Jahres wurden auch 2008 China, Iran, Saudi Arabien, Pakistan und die Vereinigten Staaten von Amerika gerecht. Diese fünf Staaten trugen 93% aller Exekutionen weltweit aus. In Zahlen heißt das China 1.718(470), Iran 346(317), Saudi Arabien 102(143), USA 37(42), Pakistan 36(135). Weitere Hinrichtungen gab es in Irak 34(33), Vietnam 19(25), Afghanistan 17(15), Nordkorea 15, Japan 15, Jemen 13(15), Indonesien 10, Libya 8(9), Bangladesh 5, Belarus 4, Ägypten 2, Malaysia1, Mongolei 1, Sudan 1, Syrien 1, Vereinigten Arabischen Emirate 1, Bahrain 1, Botswana 1, Singapur 1 und St. Kitts und Nevis 1. Die Zahlen sind Mindestangaben, jene in der Klammer betreffen zum Vergleich das Jahr 2007.

In China, Belarus, in der Mongolei und in Nordkorea wird die Todesstrafe geheim gehalten.

Nun die Liste der Länder ohne und mit Todesstrafe:

92
10
36
138
59

Index: ACT 50/003/2009

Downloads zum Thema:
karte_hinrichtungen-und-todesurteile-2008.pdf
karte_staaten-mit-und-ohne-todesstrafe.pdf

1)Informationen zum Abschaffungsstand der Todesstrafe in allen Ländern der Welt:
http://www.amnesty-todesstrafe.de/files/reader_wenn-der-staat-toetet_laenderliste.pdf

2)Allgemeine Zahlen und Fakten zum Thema Todesstrafe:
http://www.amnesty-todesstrafe.de/files/reader_wenn-der-staat-toetet.pdf

Statistik für das Jahr 2007 - veröffentlicht April 2008

Mehr als zwei Drittel aller Staaten haben die Todesstrafe per Gesetz oder in der Praxis abgeschafft. Im Jahr 2007 sind mindestens 1.252 Gefangene in 24 Staaten exekutiert worden. Damit hat sich die Zahl der Hinrichtungen gegenüber 2006 (1.591) verringert. Zum Tode verurteilt wurden im vergangenen Jahr 3.347 Menschen (2005: 3.861) in 51 Ländern. Diese Angaben beinhalten allerdings nur die Amnesty International zur Kenntnis gelangten Fälle; die tatsächlichen Zahlen liegen mit Sicherheit höher.

Häufigkeit der Todesstrafe Weltweit als Diagram

Wie schon in den Vorjahren gilt auch für 2007, dass die weitaus meisten registrierten Hinrichtungen in nur einigen wenigen Staaten vollzogen worden sind. Insgesamt ist in der VR China im Jahr 2007 mindestens 470-mal die Todesstrafe vollstreckt worden. Diese Minimalzahl hat Amnesty International auf der Grundlage öffentlich zu-gänglicher Informationen recherchiert. Die in den USA ansässige Organisation "Dui Hua Foundation" schätzt die Zahl der Exekutionen hingegen auf 6.000 und stützt sich dabei auf Angaben lokaler chinesischer Behörden. In Iran betrug die Zahl der Hinrichtungen wenigstens 317 gegenüber 177 in 2006. In Saudi-Arabien wurden mindestens 143 Menschen exekutiert (2006: 39) und in Pakistan 135 (2006: 82). Die Zahl der vollstreckten Todesurteile in diesen letztgenannten drei Staaten lag somit beträchtlich höher als noch im Vorjahr.

In den USA sank die Zahl im Vergleich zum Vorjahr von 53 auf 42. Damit fanden 88 Prozent aller Hinrichtungen, von denen Amnesty International 2007 weltweit erfahren hat, allein in diesen fünf Staaten statt. Pro Kopf der Bevölkerung wurden im vergangenen Jahr die meisten Todesurteile in Saudi-Arabien vollstreckt, gefolgt von Iran und Libyen.

Die Zahl der weltweit zum Tode Verurteilten ist schwer einzuschätzen. Ende 2007 wurde sie - beruhend auf Informationen von Menschenrechtsgruppen, Medienberich-ten und einigen wenigen offiziellen Zahlen - mit etwa 27.500 beziffert. Auch hier ist davon auszugehen, dass die tatsächliche Zahl höher liegt.

Einen umfassenden Bericht in englischer Sprache finden Sie unter
http://www.Amnesty.org/en/death-penalty

Pressetext mit Grafik -> Statistik_2007
Weltkarte -> grafik_welt_2007.pdf
Statistik -> grafik_welt_statistik.pdf


Statistik für das Jahr 2006 - veröffentlicht April 2007

Im Jahre 2006 wurden mindestens 1.591 Menschen hingerichtet und wenigstens 3.861 Todesurteile ausgesprochen. Derzeit sollen sich zwischen 19.000 und 25.000 Menschen im Todestrakt befinden und auf ihre Hinrichtung warten.

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2007/08 © AI-Netzwerk gegen die Todesstrafe, 1150 Vienna, Austria